Sofern die Fotografie nur eine fiktive und unvollkommene
Wiedergabe der Realität ist, bietet sie heute als Medium eine
Vielzahl an Möglichkeiten, um neue Bilder zu erzeugen.
Fotografen sollten aktiv nach neuen Bildern suchen, um
zu einer eigenständigen Aussage zu gelangen. Diese Bilder
wären eine Erweiterung der bestehenden Welt und ein
Fortschritt für das Medium.

Dabei würde ein aktiver Eingriff nicht bedeuten, dass
es hierbei um eine bestimmte Technik geht, vielmehr ist
damit ein Eingriff in die bestehende Welt gemeint, zugunsten
einer erweiterten Auseinandersetzung mit der Fotografie
und der Realität. Für ein Fortbestehen des Mediums ist

die Suche nach neuen Bildern unerläßlich. Bereiche der
reinen Abbildung, wie z.B. der Fotojournalismus befinden
sich heute in einer Krise, da sie keine neuen Impulse zum
Mediendiskurs geben. Die Digitalisierung und die daraus
resultierende Vereinfachung der Manipulation von Bildern
stellen den Wahrheitsanspruch in Frage. Die Grenzen
des Eingreifens sind fließend, und die Fotografie als reales
Medium wird hinterfragt. Misstrauen schafft neue foto-
grafische Ansätze.

Ein Bruch mit der traditionellen Darstellungsweise
ist lebenswichtig für das Medium, und Fotografen müssen
ermutigt werden neue Ansätze zu erarbeiten.